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Köln: Intensivtäter auf freiem Fuß – Opfer schwerbehindert

20.2.2007
von Redaktion

Der Intensivtäter Erdinc H. (damals 17) überfällt in Köln mit Mitgliedern seiner Jugendbande »The New Generation of Gernsheim« einen 43jährigen Deutschen, verprügelt ihn vor den Augen seiner Lebensgefährtin und deren vier Kinder (sieben bis elf Jahre alt) und erbeutet 20 Euro. Waldemar W. fällt dabei ins Koma und ist heute aufgrund seiner damals erlittenen Verletzungen schwerbehindert. Erdinc H. wird verhaftet, vier Wochen später aber bereits wieder entlassen, da sein Opfer nach damaliger Einschätzung »wahrscheinlich« keine bleibenden Schäden davontragen werde. Erdinc H. wird in das Projekt »Heim statt Untersuchungshaft« eingegliedert. Vor Gericht hat er keinerlei Reue gezeigt. Er lehnt eine ihm von seinem Anwalt nahegelegte Entschuldigung bei dem Opfer mit den Worten »Das geht gegen meine Ehre« ab. Das Urteil von Richter Hans-Werner Riehe: »Der Angeklagte ist der schweren Körperverletzung schuldig.« Von einer Gefängnisstrafe sieht er allerdings ab: »Die Verhängung einer Jugendstrafe bleibt vorbehalten.« Im Zivilprozeß wird Erdinc H. dann 2010 zu einem Schmerzensgeld von 110 250 Euro verurteilt. Er muß dies allerdings nur zahlen, wenn sein Verdienst höher als 990 Euro pro Monat liegt. Das ist bisher nicht der Fall. Hinzu kommt, daß der Täter laut Bild auch noch Unterhalt für ein Kind bezahlen müßte. Waldemar W. muß seit dem Überfall mit bleibenden Hirnschäden und epileptischen Anfällen leben. Seine Arbeit hat er verloren, seine Freundin hat ihn verlassen, er selbst ist zu seinen Eltern zurückgekehrt und bezieht Hartz-IV.

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger