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Hamburg: Körperverletzung mit Todesfolge wegen 20 Cent – Wiederholungstat: Ende Juni 2010: Berhan schlägt Freundin krankenhausreif, weil sie nicht anschaffen geht

12.6.2009
von Redaktion

20 Cent wollen sich die zwei türkischen Jugendlichen Onur K. (17) und Berhan I. (16) in der Fußgängerunterführung des Bahnhofs Hamburg-Harburg von dem 44jährigen Nieder­sachsen Thomas M. schnorren. Als der Mann ablehnt, schlägt ihn einer der Täter unvermittelt mit der Faust nieder. Der Mann stürzt daraufhin auf den Hinterkopf. Danach treten beide weiter auf ihr Opfer ein. Der Mann erliegt drei Wochen später in einem Krankenhaus seinen schweren Kopfverletzungen. Aufgrund von Justizpannen kommen die jungen Türken schnell aus der U-Haft heraus.
Bei Berhan I. dauert es nicht lange, bis er wieder auffällig wird: Ende Juni 2010 versucht er, seine Freundin Jennifer O. (18) zum Anschaffen zu zwingen. Sie lehnt ab und wird deshalb krankenhausreif geprügelt. Berhan I. würgt sie und bricht ihr mehrere Knochen.
Im »20 Cent«-Prozeß erhalten Berhan und Onur im Dezember 2010 drei Jahre und zehn Monate bzw. drei Jahre und vier Monate Haft. Das Gericht fand heraus, daß Thomas M. an den Folgen des Faustschlags und nicht an den Fußtritten, als er bereits am Boden lag, starb. Deshalb sei dieser Fall nur eine Körperverletzung mit Todesfolge und kein Totschlag. Die Angehörigen des Opfers zeigen sich nach dem milden Urteil entsetzt. Doch auch der Verteidiger von Onur ist nicht zufrieden. Man wolle in Revision gehen, weil das Urteil auf reiner Spekulation beruhe und sein Mandant durch die öffentliche Hetze »kaum Luft vor lauter Schuld« kriege. Diese hat Erfolg. Der Bundesgerichtshof entscheidet im September 2011, das Urteil sei zu hart. Im Dezember 2011 verringert das Landgericht die Strafe für Onur. Er erhält nun eine Strafe von zwei Jahren auf Bewährung, Sozialstunden sowie ein soziales Kompetenztraining verordnet.

Quelle: Hamburger Abendblatt