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Bremen: Jugendliche Intensivtäter wollen Streifenwagen anzünden, um Waffen zu erbeuten

9.10.2008
von Redaktion

Vier jugendliche Intensivtäter (14 bis 16), die bereits jeweils bis zu 22mal strafrechtlich auffielen, locken zwei Polizisten in einen dunklen Hinterhalt. Bei den Tätern handelt es sich um zwei Polen und einen Libanesen. Sie locken unter dem Vorwand, sie würden von Pennern in einem Park belästigt, einen Streifenwagen mit zwei Beamten (27 und 29) in den Bremer Stadtteil Gröpelingen. Als dieser eintrifft, schlägt ein Maskierter mit einem Baseballschläger gegen die Fahrertür. Die seitliche Scheibe des Wagens zerspringt jedoch nicht beim ersten Versuch. Daraufhin flüchtet der Täter. Unweit des Tatortes finden die Beamten bereitgestellte Benzinkanister und Molotowcocktails. Mit diesen – das ergibt der spätere Prozeß – wollten die Jugendlichen den Streifenwagen mitsamt den Polizisten anzünden, um ihre Waffen zu erbeuten. Vor dem Landgericht Bremen erhält der Haupttäter zwei Jahre Haft wegen schwerer Brandstiftung. Die Mittäter kommen mit Bewährungsstrafen von bis zu eineinhalb Jahren davon. Die Staatsanwaltschaft hatte im Prozeß einen noch viel gravierenderen Vorwurf erhoben: Die Jugendlichen wurden wegen versuchten Mordes angeklagt. Nach dem Übergriff auf den Streifenwagen sprachen Polizeivertreter von einer »neuen Dimension der Gewalt gegen Beamte«. »Diese gezielten, hinterhältigen Attacken auf Polizisten stellen eine neue Dimension der Gewalt dar«, betonte der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, gegenüber dem Spiegel. »In Berlin oder im Duisburger Norden gibt es Stadtteile, in denen sich die Kollegen kaum noch trauen, ein Auto anzuhalten – weil sie wissen, daß sie dann 40 oder 50 Mann an der Backe haben.« Es handele sich um ein gezieltes Kräftemessen der Ausländer mit der Polizei, bei dem sich die »Verachtung der Täter für unsere Gesellschaft ausdrückt. Weil sie Politiker nicht erreichen können, greifen sie sich Polizisten.«

Quelle: Spiegel, Spiegel